
Dass die Natur ihr Gesicht verliert, weiß ich, seit
ich um duftige Blumenwiesen trauern muss!
Allmählich wird es ernst! Der Rückgang der
Artenvielfalt hat längst
unsere heimischen Gefilde eingeholt - der Präsident des Bundesamtes für
Naturschutz (BfN) Prof. Hartmut Vorgtmann schlägt „Naturschutz-Alarm“.
Und wirklich: Mancherorts fehlen zahlreiche Pflanzen gänzlich, mit ihnen
ging die Tierwelt ebenfalls unwiederbringlich verloren – ein Trauerspiel,
bei dessen Finale wir sehr einsam sein werden. Angesichts dieser furchtbaren
Entwicklung sollte das Sammeln der Wildpflanzen in der freien Natur mit Bedacht
und Respekt vor den Pflanzen geschehen und es sollte nur mit nach Hause genommen
werden, was tatsächlich Verwendung finden wird; Pflanzen sind Lebewesen,
die in der modernen Gesellschaft zu Nahrungs- oder Rohstofflieferanten degradiert
wurden. Wer nur Kenntnis der chemischen Zusammensetzung hat, weiß nichts
vom wahren Wesen der Pflanzen! Wer es erkunden will, sollte Geduld aufbringen
und lernen die leisen Töne des Lebens zu verstehen; alles kann, nichts
muss geschehen!
Vom Wesen der Wildpflanzen-Küche
Wer Wildpflanzenküche mit einer grünen Mutprobe vergleicht, singt
ein Preislied auf seine Dummheit! Sie ist kein Abenteuer, sondern vielmehr
der Weg zu einer atemberaubenden kulinarischen Natürlichkeit, die herzlich
wenig kostet und führt zu strotzender Gesundheit, die sich als Zufallsprodukt
von allein einstellen kann. Außerdem sprengt sie die Ketten der Phantasie!
Wildpflanzen und –kräuter können wie jeder „normale
Salat“ oder jedes „normale Gemüse“ verwendet werden.
Allein der Unterschied wird durch den Geschmack und die extrem günstige
Zusammensetzung der Inhaltsstoffe gebildet. Wer dieses ausgezeichnete Geschmackspotential
erst einmal einzuordnen weiß, kann unverwechselbare einmalige Gerichte
auf den Tisch zaubern, die mit einer bunten Vielfalt betörend duftender
Blüten zubereitet, zudem zu einem Fest der Sinne werden können.
… Und vom Nutzen
Neben dem kulinarischen Aspekt finden die Wildpflanzen häufig auch als
Heilmittel Verwendung. Pharmazeutische Unternehmen nutzen in jüngster
Vergangenheit altes Kräuterwissen und „entdecken“ viele Wildpflanzen
neu. Unsere Vorfahren wussten auch ohne wissenschaftliche Studien um diese
Geheimnisse. Sie verwendeten Wildpflanzen und –kräuter in der Küche
und am Krankenbett.
Die Anwendungsarten sind mannigfaltig. So können aus Wildpflanzen und –kräutern
alkoholische Auszüge bereitet, Heil-Tees hergestellt, Tinkturen erzeugt
und Salben angefertigt und diverse wohltuende Bäder bereitet werden.
Nicht zu vergessen, der einmalige Wohlgeruch, den so manches „Wildkraut“ zu
verströmen vermag! Darüber hinaus bereichern sie eine Mahlzeit mit
einer überwältigenden Fülle an Vitaminen! So hat zum Beispiel
die Brenn-Nessel einen sechseinhalb Mal so hohen Gehalt an Vitamin C wie der übliche
Spinat, Taubnessel mehr Kalium als eine Banane, Vogelmiere weist eine einmalige
Zusammensetzung selten vorkommender Bestandteile – besonders Kalium,
Magnesium und Silizium - auf.
Wer ein paar Ratschläge beim Sammeln der Wildpflanzen bedenkt, kann sofort
loslegen und seinen Speisezettel bereichern! Jedoch sollten nur Pflanzen gesammelt
werden, die zweifelsfrei identifiziert wurden und das Sammeln sollte nur an
Orten geschehen, an denen keine Verschmutzungen des Erntegutes zu erwarten
sind.
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